Lars

Lars ist 1970 in Stralsund, also am nördlichen Ende der DDR geboren. Er wurde sehr von der politischen Haltung seines Vaters und seines Bruders geprägt, die beide in der SED, der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, waren. Bis kurz vor der Wende machte er eine Maschinenbaulehre in der Volkswerft. 1988 entschied er sich dazu, eine politische Laufbahn einzuschlagen. Von Mai bis Juni 1989 hatte er dadurch verschiedene politische Verpflichtungen und ging zur Bezirksparteischule in Rostock, in der man unter anderem politische Rhetorik lernte. Am 1. Oktober 1989 wurde er stellvertretender FDJ-Sekretär der Volkswerft und am 6./7. Oktober begleitete er als Betreuer den Fackelmarsch zum 40. Jahrestag der DDR. Kurz nachdem die DDR dieses stolze Alter erreichte, ging sie unter. Auch Lars begann in den folgenden Oktobertagen zunehmend an dem System der DDR zu zweifeln. Er hatte den Eindruck, dass die DDR dringend reformiert werden müsste und geriet dadurch in einen Konflikt mit seinen Vorgesetzten. Am 5. Dezember 1989, einen Monat nach dem Mauerfall trat er zusammen mit seinem Vater aus der Partei aus, als die Waffengeschäfte der DDR bekannt wurden.

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