Holger Zeidler

Holger ZeidlerJahrgang 1942, geboren in Berlin

Ich bin während des letzten Weltkrieges 1942 in Berlin geboren und habe während der Bombenangriffe von 1940 bis 1945 in Kellern und Bunkern verbracht. Als 6 Jährige spielten wir Kinder Cowboy und Indianer, da zu der Zeit die ersten US-amerikanischen Indianerfilme in den Kinos anliefen. Einen Schwarz-Weiß-Fernseher (damals gab es noch kein Farbbild) mit einem einzigen Programm hatten wir erst, wie viele andere Familien, nach dem Mauerbau. Nach dem Bau der Mauer fühlten auch wir Westberliner uns anfangs eingesperrt. Wenn wir mit dem Auto durch die DDR, über die so genannte Transitstrecke nach West-Deutschland fuhren, wurden wir an den Grenzkrontrollstellen festgehalten und wir vermieden, mit DDR-Bürgern zu sprechen, da wir wussten, dass diese dafür Ärger bekommen konnten. Als ich einundzwanzig Jahre alt war, bewarb ich mich bei der Berufsfeuerwehr in Berlin und hatte Glück. Ich erlebte in den 41 Jahren viel soziales Elend in unserer Stadt und wurde auch zu Einsätzen an die Bernauer Straße gerufen, bei denen wir versuchten, Flüchtlinge aus Ost-Berlin bei ihrem Sprung in den Westen mit dem Sprungtuch aufzufangen. Damals gab es bei der Feuerwehr noch keine Psychologen, die mit uns schwer zu verarbeitende Einsätze besprechen konnten. Deshalb mussten wir mit unserem Erlebten selbst fertig werden.

Jeder Mensch hat das Recht in Freiheit zu leben. Missverstandene Freiheit, wo jeder machen kann, was er will, funktioniert nicht, denn die Freiheit des Einzelnen geht nur soweit, wo die Freiheit des anderen beginnt.

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