Henryk Gericke

Henryk Gericke1964 in Ost-Berlin geboren, spielt er Anfang der 80er Jahre in der Berliner Punkband „the Leistungsleichen“. Er hat die ersten Jahre von Punk in der DDR, die vor allem durch den radikalen Willen zur Selbstbestimmung geprägt waren, aus nächster Nähe erlebt. Als 1984 die zweite Punk-Generation antrat, zog sich Gericke zurück. Er begann zu schreiben, gab illegale Zeitschriften in Kleinstauflagen heraus und versorgte die Szene mit „Primitivrock“- Platten.

Direkt nach der Wende gründet er gemeinsam mit anderen Autoren und Verlegern der Off-Literaturszene vom Prenzlauer Berg den Galrev-Verlag, der schnell zu einem wichtigen Verlag für neue deutsche Lyrik wurde. 1993 stieg Gericke aus. Ein Grund war, dass Sascha Anderson und Rainer Schedlinski, zwei zentrale Gestalten der Szene und Gesellschafter des Verlages, als Stasi-Mitarbeiter enttarnt worden waren.

Heute ist Henryk Gericke freischaffender Autor, Plattenhändler, DJ und Veranstalter, hat zwei Gedichtbände (autoreverse und eine kommentierte auswahl ungeschriebener gesetze) sowie Übersetzungen (Gerard Manley Hopkins, Edward de Vere) veröffentlicht.

2005 organisierte er gemeinsam mit Michael Boehlke die Ausstellung too much future – punk in der DDR, die in mehreren Städten zu sehen war. Unter dem selben Titel gab er ein Buch heraus und war Autor des Films zum gleichen Thema. Henryk Gericke betreibt eine eigene website: www.votivsite.de und ist mitverantwortlich für eine website zur Geschichte von Punk in der DDR: www.toomuchfuture.de .

Kommentieren wurde geschlossen.