Christoph Bloch

Christoph BlochChristoph Bloch wurde 1972 in Polen geboren und erlebte die Zeit vor der Wende als Kind und Jugendlicher. 1990 kam er nach Deutschland, machte im beschaulichen Schwarzwald sein Abitur und studierte danach Geschichte in Köln. Seit anderhalb Jahren arbeitet er im KREATIVHAUS in der PR-Abteilung.

Er sagt: „Wir hatten die gleichen Träume und Interessen wie Teeneger im Westen, nur die Verwirklichung gestaltete sich ein wenig schwieriger. Um an Plakate unserer Musikidole zu kommen, musste man entweder Verwandte im Westen haben oder sein Taschengeld auf dem Schulhof investieren. Wir hatten Verwandte im Westen und so zierten Plakate von A-ha, Madonna und George Michael meine Wände. Jeden Abend wartete man gespannt auf die Sendung „Videoteka“, um einen neuen Song aufzunehmen. Der katholische Glaube spielte und spielt immer noch eine große Rolle in der polnischen Gesellschaft. So wurde ich gleich nach der Ersten Kommunion Ministrant und blieb es auch die nächsten 10  Jahre, ich kam mir immer beim Vorlesen der Psalme so wichtig vor. Meine Kindheit würde ich als glücklich und unbeschwert bezeichnen und auch als 1981 vor unserem Haus die Panzer rollten, fanden ich und mein Bruder das ganz toll und machten gleich ein Foto. Als wir unserem Vater mit Stolz davon berichteten, war er natürlich darüber nicht sehr erfreut. Später als Teenager nahm ich auch all die grauen Aspekte des Alltags wahr, lange Schlangen vor den Geschäften, die schlechte allgemeine Versorgungslage, Perspektivlosigkeit aber auch eine gewisse Aufbruchsstimmung, jeder sprach von Solidarnosc.“

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